Japan u. Korea Open 31.03.-13.04.03
Nachdem ich Ende März mit meiner Mannschaft Bayer
Uerdingen das Play Off Halbfinale gegen den VfB Friedrichshafen gewinnen konnte,
ging es unmittelbar im Anschluss weiter zu den Japan Open nach Tokio.
Bevor das Turnier losging, hatten wir noch einen Tag
Zeit, um uns an die 7h Zeitverschiebung zu gewöhnen.
Im Doppel hätten wir eigentlich Qualifikation spielen
müssen, doch durch einige Absagen sind wir dann doch noch ins Hauptfeld
gerutscht. So spielten wir dann gegen ein japanisches Paar aus der
Qualifikation. Wir fanden überhaupt keinen Rhythmus u. verloren in zwei Sätzen.
Mein Problem war, dass ich in der Nacht zuvor nur 2h geschlafen habe u. ziemlich
gerädert war. Ich fühlte mich nicht wirklich schnell u. dynamisch auf dem Feld.
Im Nachhinein sah ich das Doppel als Aufwärmen für das Einzel. Es war nämlich
nicht ganz einfach in dieser Halle zu spielen, da unmittelbar über dem Feld große Lichtstrahler hingen u. man einen
Moment blind war wenn man reinschaute. Was ich ziemlich schlecht fand war, dass
es keine Möglichkeit gab sich ordentlich vor dem Spiel aufzuwärmen. Es stand
weder ein Einspielfeld zur Verfügung noch war viel Platz vorhanden um sich
einzulaufen. Aber damit musste schließlich jeder
zurechtkommen…
Am
nächsten Tag begann dann das Einzel u. ich spielte gegen die amtierende
Europameisterin aus Holland. Es war
das dritte Aufeinandertreffen u. bislang hatte ich immer gut gegen sie gespielt,
doch nie gewinnen können. Lediglich bei der EM in Malmö konnte ich ihr einen
Satz abnehmen. Das Spiel begann
sehr ausgeglichen, doch dann schaffte ich es nicht lange Ballwechsel zu gehen u.
verlor den ersten Satz 11-6. Im zweiten Satz ging es so weiter wie der erste
Satz aufgehört hatte u. meine Gegnerin hatte das Spiel mehr oder weniger im
Griff. Sie führte bereits mit 9-5 u. alles sah nach einer erneuten Niederlage
für mich aus. Doch dann kam die Wende u. ich spielte plötzlich wie von einem
anderen Stern. Es klappte alles u. ich ging über lange Ballwechsel, womit ich
meine Gegnerin müde machte. Nach dieser ominösen Aufholjagd konnte ich den
zweiten Satz mit 11-9 gewinnen. Nun ging es also in den entscheidenden dritten
Satz u. ich spielte genauso weiter wie am Ende des zweiten Satzes. Die
Holländerin wirkte müde ich konnte schnell mit 6-1 in Führung gehen. Beim Stande
von 7-1 ging es ewig hin u. her u. keiner schaffte es bei eigenem Aufschlag zu
punkten. Als sie dann auf 7-3 ran
kam erhöhte ich noch mal das Tempo u. konnte schließlich das Spiel mit 11-3
gewinnen. Ich war überglücklich
dieses Spiel gewonnen zu haben.
Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich fix u. fertig war, da ich kaum
was gegessen hatte. Seit meiner Ankunft in Asien litt ich an Appetitlosigkeit,
was mich ziemlich schwächte. Woher
hatte ich nur die Kraft dieses Spiel zu gewinnen? Unglaublich… Noch am selben Tag,
ungefähr 3h später, wurde dann auch
schon das Achtelfinale gespielt, wo ich auf eine Top Chinesin traf. Leider
konnte ich zwischen den beiden Spielen kaum was essen u. so ging ich völlig
ausgepowert in die nächste Runde. Was für ein doofer Zeitplan… Meine Gegnerin
wirkte zu Beginn des Spiels ziemlich lustlos u. so konnte ich relativ einfach
mit 6-1 in Führung gehen. Doch dann drehte sie auf u. ich rannte den Bällen nur
noch hinterher. Leider hatte ich nicht mehr die nötige Kraft dagegen zu halten
u. verlor dann das Spiel 11-6 u. 11-2. Schade, aber wenn ich richtig frisch u.
voller Energie gewesen wäre, dann hätte ich sie bestimmt ärgern können. Als ich nach dem Spiel im Hotel ankam
ging es mir gar nicht gut. Ich bekam plötzlich Schüttelfrost, dann fing ich an
zu Schwitzen u. ich hatte absolut keinen Appetit. Am nächsten Tag ging es mir
dann schon wieder etwas besser, doch ich fühlte mich wie wenn ich ein paar Kilo
verloren hätte.
Am nächsten Tag ging es weiter nach Korea. Die
Reiserei schlauchte mich ganz schön, zumal ich mich etwas schlapp fühlte. Kaum
waren wir in Incheon angekommen, stand auch schon wieder Training auf dem
Programm. Bis das Turnier losging
trainierten wir schön fleißig u. hielten uns im Fitness Club unseres Hotels auf
dem Laufband fit. Am Dienstag
begann dann bereits die Einzelkonkurrenz, wo ich gegen eine junge Indonesierin
spielen musste. Nachdem ich den ersten Satz gewinnen konnte u. im zweiten
bereits 6-1 in Führung lag, kam plötzlich der Einbruch. Ich fühlte mich schon
das ganze Spiel über völlig kraftlos u. so kam es, dass ich noch in drei Sätzen
verlor. Schade, aber es sollte eben
nicht sein… Nun konnte ich mich wieder voll u. ganz auf das Doppel
konzentrieren. Wir, Juliane u. ich, spielten in der ersten Runde gegen ein
franz. Duo, welche wir relativ locker bezwingen konnten. Im Achtelfinale trafen
wir auf die an 1 gesetzten Dänen, gegen welche ich bislang noch nie gewinnen
konnte. Ohne großartig über Sieg oder Niederlage nachzudenken gingen wir auf das
Feld u. spielten völlig losgelöst u. ohne Druck gegen das Top-Duo aus
Dänemark. Wir gingen über lange
Ballwechsel, was unsere Gegnerinnen gar nicht so toll fanden, u. versuchten das
Tempo hoch zu halten. Mit dieser Taktik konnten wir schließlich den ersten Satz
gewinnen u. spielten im zweiten genauso weiter. Wir gingen schnell mit 9-2 in
Führung, ehe die Dänen noch mal auf 9-7 rankamen. Doch dann machten wir Nägel
mit Köpfen u. gewannen das Spiel verdient gegen die Weltranglistendritten. Somit
standen wir im Viertelfinale eines 5*-Turniers, was bereits ein unglaublicher
Erfolg bedeutete. Nach dem Spiel
mussten wir zuerst einmal unseren Flug umbuchen, da wir am Tag der
Viertelfinalspiele unseren Rückflug gebucht hatten.
Im Viertelfinale trafen wir dann auf die
Weltranglistenneunten aus Japan. Wir begannen genauso wie am Tag zuvor gegen die
Dänen, doch dieses Mal mussten wir uns knapp im ersten Satz geschlagen geben. Im
zweiten Satz wirkten die Japaner durch die langen Ballwechsel etwas müde u. wir
konnten recht souverän diesen Satz für uns entscheiden. Im Entscheidungssatz
hielten wir das Tempo wieder hoch u. gewannen auch dieses Spiel, was das
Erreichen des Halbfinales bedeutete. Unglaublich…
Wir konnten es gar nicht glauben im Halbfinale der
Korea Open zu stehen, doch es war ein unbeschreiblich schönes Gefühl…
Im Halbfinale allerdings hatten wir dann nicht mehr
allzu viel zu bestellen, denn die Koreaner bestraften kleine Fehler sofort.
Somit mussten wir uns recht deutlich in zwei Sätzen gegen die späteren
Siegerinnen geschlagen geben, was aber überhaupt keine Schande war, denn sie
gaben in all ihren Spielen max. 10 Punkte ab.
Abschließend kann ich sagen, dass es eine sehr
erfolgreiche Asientour war, bei der wir uns in der Weltrangliste vom 37. auf den
18.Platz vorarbeiten konnten. Weiter so!
Am Osterwochenende steht das Bundesliga Play Off
Finale auf dem Programm, bei welchem wir den Deutschen Meistertitel gegen Berlin
verteidigen möchten. Ob uns dies geglückt ist, könnt Ihr nächste Woche auf
meiner Homepage erfahren.
Ein frohes Osterfest wünscht
Euch
Eure Nicole
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