Scottish International in Glasgow 20.-23.11.03
Nachdem wir gesund u. munter aus Asien zurückkehrten,
ging es exakt fünf Tage später zu den Scottish Open nach Glasgow, wo es galt,
die Punkte vom letzten Jahr zu verteidigen oder wenn möglich zu
toppen.
Im
vorherigen Jahr erreichten wir das Finale, konnten dies dann aber leider nicht
spielen. Nach dem ersten Blick auf die Doppel-Auslosung war ich guter Dinge, die
Finalteilnahme erneut zu erreichen.
Wie
schon bei den letzten Turnieren hatte ich auch dieses Mal kein Losglück im
Einzel. An drei gesetzt, spielte ich direkt in der ersten Runde gegen Umezu aus
Japan. Nachdem ich den ersten Satz recht klar gewinnen konnte, ich muss dazu
sagen, dass ich alles getroffen habe u. die Japanerin viele einfach Fehler
machte, verlor ich im zweiten Satz etwas die Kontrolle u. verlor diesen. Zu
Beginn des dritten Satzes stimmte bei mir der Treffpunkt der Bälle nicht mehr,
ich spielte dadurch alles zu kurz u. geriet schnell 2-6 in Rückstand. Dann
kämpfte ich mich wieder ran u. konnte schließlich mit 9-7 in Führung gehen. Beim
Stande von 9-9 setzte ich wie so oft bei knappen Spielständen den Ball auf die
Linie, welcher dann leider ausgegeben wurde. Und so kam es, dass ich das Spiel
nach ca. 80 Minuten 11-9 im dritten Satz verlor. Danach war ich nicht über meine
Leistung enttäuscht, sondern über das ewige Lospech. Aber das ist nun mal eben
Sport…
Im
Doppel waren wir an eins gesetzt u. konnten unsere erste Runde sowie das
Viertelfinale locker gewinnen. Nach den vielen Erstrunden-Niederlagen in Asien
war es ein schönes Gefühl, mal wieder Spiele zu gewinnen. Im Halbfinale trafen
wir auf die starken Russinnen Yakusheva/Schimko. Es war ein sehr ausgeglichenes
Spiel, jedoch konnten wir den ersten Satz für uns entscheiden. Es ging
ausgeglichen weiter, lange Ballwechsel bestimmten das Spiel, doch die Russinnen
machten enormen Druck u. wir konnten uns nicht mehr richtig aus der Abwehr
befreien. Den zweiten Satz gaben wir ab u. es kam zum entscheidenden dritten
Satz, welcher an Dramatik nicht zu überbieten war. Beim Spielstand von 13:13 gab
es bestimmt sechsmal Aufschlagwechsel, bevor wir den 14ten Punkt machen konnten.
Uns ging bereits das dramatische Ende von Singapur durch den Kopf, wo wir so
unglücklich (13:15 im 3.Satz) gegen die WM-Dritten aus Japan verloren. Doch dies
galt es zu vergessen u. klar für den nächsten Punkt zu sein. Der letzte
Ballwechsel wurde gespielt u. am Ende legte Juliane den Ball ans Netz, dieser
war vielleicht etwas hoch, so dass die Russin den Ball locker töten konnte. Doch
zu ihrem Pech traf sie mit dem Schläger das Netz u. das Spiel ging mit 15-13 an
uns. Dann hörte ich nur noch: „Match won by Grether/Schenk Germany“. Ich kann
nur sagen, dass dies ein unglaublich dramatisches Spiel war, welches ganz schön
an der Psyche kratzte. Die Freude über den Einzug ins Finale war groß, doch noch
mehr überwog die Tatsache mal wieder so ein knappes Spiel gewonnen zu haben.
Am
Finaltag der Scottish International trafen wir auf Ogura/Shiota aus Japan. Diese
setzten sich sehr souverän gegen die Konkurrenz aus Schottland u. Russland
durch. Nichts desto trotz versprach es ein ausgeglichenes Spiel zu werden. Die
Japanerinnen hatten den besseren Start u. entschieden die ersten Punkte für
sich. Doch dann waren wir klar u. beherrschten den ersten Satz. Bis Mitte des
ersten Satzes war das Spiel ausgeglichen, doch dann konnten wir uns absetzten u.
diesen mit 15:8 gewinnen. Mitte des zweiten Satzes verloren wir die Kontrolle u. Übersicht u. hinzu kam noch, dass die Japanerinnen
sehr gut angriffen, so dass wir Probleme hatten uns zu befreien. Der Satz ging
dann schließlich mit 15-11 an die Japaner. Nach der 5-minütigen Pause ging bei
uns erstmal gar nichts mehr. Ich glaube es dauerte keine 5 Minuten ehe wir 0-9
im Rückstand lagen. Doch dann zeigten wir allen wie gut wir kämpfen können u.
plötzlich stand es 9-9. Zu diesem Zeitpunkt konnten wir wieder an einen Sieg
glauben u. gaben einfach alles. Leider schlichen sich bei uns dann ein paar
einfache Fehler ein, was die Japanerinnen wiederum aufbaute. Nach 90 Minuten
mussten wir uns dann mit 12-15 geschlagen geben u. akzeptieren, dass unsere
Gegner am Ende besser waren.
Da
wir erst Montag abreisten, wurden wir am Sonntag abend vom Schottischen Verband
zu einem Dinner eingeladen. Wir genossen das Fünf-Gänge Menü u.
selbstverständlich auch den schottischen Whiskey… :o)
Ich
würde sagen, dass sich die Reise nach Schottland gelohnt hat u. uns für die
beiden letzten Turniere in diesem Jahr Selbstvertrauen geben sollte. Fotos zum
Turnier findet ihr unter der Rubrik ’Fotos’.
Von
meinem nächsten Turnier, den Bitburger Open in Saarbrücken, werde ich in Kürze
berichten.
Freue mich auf euren Besuch!
Eure Nicole
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