Iran International in Teheran 02.-05.02.04
Kaum war ich von der Deutschen
Meisterschaft zu Hause, musste ich schon wieder die Tasche für das nächste
Turnier packen. Dieses Mal ging es zu den Iran International nach Teheran, für
welches Spieler aus 30 Nationen gemeldet hatten. Die Spannung war groß, da wir
nicht wussten, was uns in Teheran erwartet. Wir landeten mitten in der Nacht u.
ehe wir schlafen konnten war es 4.00 Uhr morgens. Da wir keinerlei
Informationen über den Spielablauf
hatten, mussten wir bereits um 07.30 Uhr zur Halle fahren, wo uns dann
mitgeteilt wurde, dass um 10.30 Uhr unsere erste Runde stattfindet u. direkt im
Anschluss das Viertelfinale gespielt wird. Nachdem wir alle Infos hatten gingen
wir wieder zurück ins Hotel um zu frühstücken. Nach nur 2 Std. Schlaf fühlten
wir uns dementsprechend müde. Wir versuchten nicht daran zu denken u. das Beste
daraus zu machen. Im Einzel waren wir nicht gemeldet, da das Turnier bereits am
Montag mit den Einzeln begann u. wir erst Dienstag früh ankamen. War aber auch
okay, denn die Doppelbelastung ist nicht immer optimal. Unsere erste Runde
konnten wir auch mit enormem Schlafdefizit gegen eine Paarung aus dem Iran
locker gewinnen. Doch die Bewegungen auf dem Feld waren nicht ganz rund u. man
musste sich schon ziemlich konzentrieren, dass man nicht über seine eigenen Füße
stolperte. Nun standen wir bereits ohne große Bemühungen im Viertelfinale, wo
wir kurze Zeit später auf eine chinesische Paarung aus Singapur trafen. Wir
wussten, dass uns ziemlich starke Gegner gegenüber standen, aber dass wir nicht
den Hauch einer Chance hatten, irritierte uns dann schon ein wenig. Ich glaube
nach ca. 5 Min. stand es bereits 0-11 u. wir bewegten uns wie in Zeitlupe. Etwas
gelähmt rannten wir über das Feld u. die Ideen ließen zu Wünschen übrig. Ein
paar Punkte konnten wir dann noch machen, doch jegliche Hoffnungen auf einen
Sieg schwanden als unsere Gegner beim Stande von 7:7 im zweiten Satz, wegzogen.
Abgesehen vom ersten Satz war unsere Leistung bis zu diesem Stande in Ordnung,
doch was danach kam war zum Davonlaufen. Viele eigene Fehler prägten unser
Spiel, die Aufschläge kamen nicht, die Bewegungen waren zu langsam u. überhaupt
waren wir einfach total unkonzentriert. Nach dem Ausscheiden im Viertelfinale
waren wir sichtlich frustriert u.
konnten es kaum glauben schon fertig zu sein. Wenn ich überlege welche Strapazen
ich auf mich genommen habe um hier wichtig Olympiapunkte zu sammeln, dann ist
das schon enttäuschend. So habe ich beispielsweise am Montag 8h in Istanbul am
Flughafen gesessen, weil es keine andere Verbindung nach Teheran gab. Dann kamen
wir erst nachts an, konnten nur 2 Std. schlafen u. hatten zu alle dem noch eine
verdammt schwierige Auslosung. Aber das ist eben Sport, man weiß vorher nie wie
es läuft.
So hatten wir noch einen Tag Zeit
Teheran anzuschauen u. ich muss sagen es war äußerst interessant. Wir besuchten
unter anderem eine Moschee, fuhren zu einem Basar u. wären die Teppiche nicht so
teuer gewesen hätten wir uns doch tatsächlich einen andrehen lassen. Zu guter
Letzt fuhren wir in die Berge, von wo wir einen schönen Ausblick über die 11
Millionen Einwohner Stadt hatten. Für die Frauen war es Pflicht in der
Öffentlichkeit ein Kopftuch zu tragen, was auf Dauer ganz schön lästig sein
konnte. Beim Turnier konnten wir glücklicherweise in unserem eigenen Outfit
spielen, da keine Männer in die Halle durften. Es wurde ihnen strengstens
untersagt die Spiele der Frauen zu verfolgen. Sogar der Coach war arbeitslos. Es
war schon irgendwie lustig, dass morgens die Frauen spielten u. mittags die
Männer. Aber so ist es halt, andere Länder andere Sitten…
Bevor es zum Thomas-/Uber Cup in
die Slowakei geht, stehen am Wochenende noch die beiden letzten Bundesligaspiele
der Rückrunde an. Ich werde euch selbstverständlich wieder darüber berichten.
Bis bald
Eure Nicole
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