Swiss Open in Basel 02.-07.03.04
Nach dem erfolgreichen
Abschneiden beim Thomas-/Uber Cup in der Slowakei, wir wurden sowohl mit der
Männer- als auch mit der Frauenmannschaft hinter Dänemark zweiter u.
qualifizierten uns somit für das Finale in Jakarta im Mai, hatte ich mal ein
Wochenende zum Erholen. Ich nutzte die Wettkampffreien Tage um ordentlich zu
trainieren, da dies in der letzten Zeit durch die vielen Turniere nicht möglich
war.
Bevor es zu den Swiss Open nach
Basel ging, stand noch das Bundesliga Play down Spiel gegen Ludwigshafen an.
Leider wurde ich an diesem Tag krank u. war nicht im Vollbesitz meiner Kräfte,
so dass ich meiner Mannschaft nicht zu einem Sieg verhelfen konnte. Ich war
total enttäuscht, dass ich gerade zu diesem Zeitpunkt krank werden musste, aber
man kann sich das ja leider nicht aussuchen. Im Rückspiel musste die Mannschaft
dann leider ohne mich auskommen, da ich aufgrund einer starken Bronchitis nicht
in der Lage war aufzustehen.
Nachdem ich dann drei Tage im
Bett verbrachte, fuhr ich etwas geschwächt zu den Swiss Open, wo es um wichtige
Olympiapunkte ging. Da ich vier Tage nicht trainiert habe u. ich immer noch
ziemlich stark am Husten war, wusste ich nicht, wie ich meine Spiele überstehen
würde. Aber ich wollte es auf jeden Fall probieren u. gegebenenfalls abbrechen
wenn es gar nicht geht.
Im Einzel spielte ich gegen eine
Japanerin, die sich bereits bravourös durch die Qualifikation kämpfte u. gegen
die ich im letzten Jahr auch schon verloren hatte. Das Spiel war durch lange
Ballwechsel geprägt u. ich hatte ziemlich starke Schmerzen beim Atmen. Die
Bronchien brannten u. ich war ständig am abhusten. Na ja egal, ich gab auf jeden
Fall mein bestes u. die Japanerin hatte es trotz allem nicht leicht mich zu
besiegen. Nachdem ich den ersten Satz verloren hatte, kämpfte ich im zweiten
Satz genauso weiter u. konnte diesen gewinnen. Der dritte Satz begann
ausgeglichen u. hätte ich am Ende nicht diese leichten Fehler gemacht, hätte ich
das Spiel sogar gewinnen können. Aber es sollte trotz des enormen Willens nicht
sein u. ich schied wie so oft hier in Basel in der ersten Runde aus, was für
mich aber vollkommen okay war.
Noch am selben Abend spielten wir
im Doppel gegen eine starke u. unangenehme Paarung aus Russland. Für Olympia war
es wichtig dieses Spiel zu gewinnen, da uns die Punkte der ersten Runde nicht
wirklich hilfreich gewesen wären. Von Beginn an war das Spiel ausgeglichen u.
wir wirkten sehr konzentriert u. man merkte uns an, dass wir das Spiel gewinnen
wollten. Durch die super Unterstützung von außen, es waren viele Fans, meine
Familie u. Bekannte da um uns anzufeuern, konnten wir dann auch den ersten Satz
mit 15-10 gewinnen. Warum auch immer ging nach dem Seitenwechsel bei uns gar
nichts mehr u. wir lagen nach wenigen Minuten bereits 0-11 zurück. Was für ein
komischer Spielverlauf, aber wir trafen plötzlich das Feld nicht mehr. Doch dann
fanden wir wieder ins Spiel zurück u. konnten auf 11-13 rankommen. Leider
reichte es nicht für den Satzgewinn u. wir gaben diesen mit 13-15 ab. Beim
Stande von 3-10 im dritten Satz war das Spiel schon so gut wie verloren, doch
dann geschah folgendes…. Ich versuchte mein eigenes Ding zu machen u.
konzentrierte mich nur noch auf meine Schläge. Juliane tat dasselbe u. so kamen
wir immer näher an die Russen ran. Wir kommunizierten nicht mehr auf dem Feld,
weil dies in diesem Moment zu sehr ablenkte. Und das war das Geheimnis des
Erfolges! Wir zogen an den Russen vorbei u. konnten doch tatsächlich noch den
Spieß umtrennen u. nach grandioser Aufholjagd das Spiel 15-12 gewinnen. Ich war
überglücklich, zumal ich mich nicht wirklich gut fühlte u. tierische Schmerzen
auf den Bronchien hatte.
Am nächsten Tag trafen wir im
Achtelfinale auf die Weltranglistenersten Zhang u. Yang aus China. In diesem
Spiel hatten wir nichts zu verlieren u. spielten locker auf. Es gelang uns ein
gutes Spiel gegen sie zu machen u. sowohl der Bundestrainer als auch die
Zuschauer waren sichtlich beeindruckt von unserer Leistung. Nach ungefähr 35
Minuten verabschiedeten wir uns dann vom Turnier u. waren mit unserem
Abschneiden sehr zufrieden.
Es war seit 1992 meine
14.Teilnahme bei den Swiss Open u. ich muss sagen, dass ich immer wieder gerne
nach Basel fahre, auch wenn es nicht immer so lief wie ich es mir vorstellte.
Aber viel schöner ist es, dass mir das Turnier die Möglichkeit bietet meine
Eltern, meine Schwester, meine Freunde u. Bekannten zu sehen, da mein Heimatort
Schopfheim in unmittelbarer Nähe von Basel liegt. Auf diesem Wege möchte ich
mich für die tolle Unterstützung bei euch allen bedanken, u. vor allem meiner
Mutti, die es geschafft hat, mich schnell wieder fit zu bekommen.
Nach dem Turnier werde ich noch
mal ein paar Tage pausieren, da in der nächsten Woche die All England Open, das
größte Turnier Europas, anstehen. Wie es dort lief, berichte ich euch in Kürze!
Ich hoffe ihr drückt mir im Endspurt der Olympiaqualifikation die Daumen!
Bis bald
Eure Nicole
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