Play Off Finale 25.-27.03.05
Exakt eine Woche vor dem
Bundesliga-Finale verkündete das Sportgericht das Urteil, dass nicht
Bischmisheim, sondern EBT Berlin im Finale steht. Die Freude war natürlich groß
u. wir wollten alles dafür tun um den Deutschen Meistertitel in die
Bundeshauptstadt zu holen…
Unser Gegner war der
Deutsche-Vizemeister BC Bonn Beuel, gegen den wir uns sowohl im Hin- als auch im
Rückspiel jeweils 4-4 trennten. Es versprach eine spannende Angelegenheit zu
werden, zumal auch beide Teams in Bestbesetzung antraten.
Das Hinspiel fand am Karfreitag
in Berlin statt u. trotz des Feiertages u. des schönen Wetters haben rund 560
Zuschauer den Weg in die Samariterstrasse gefunden. Mit der tatkräftigen
Unterstützung des Publikum konnte eigentlich nichts schief gehen u. so konnten
wir auch prompt zu Beginn alle drei Doppel gewinnen u. 3-0 in Führung gehen.
Unmittelbar nach meinem gewonnen Doppel, mir blieben gerade mal 25 Minuten Zeit
zum verschnaufen, musste ich bereits gegen Petra Overzier im Einzel ran. Nach
langer Durststrecke konnte ich mal wieder ein sehr gutes Einzel in der
Bundesliga abliefern. Leider reichte es am Schluss nicht zum Sieg u. ich verlor
im dritten Satz denkbar knapp mit 8-11. Die Bonner verkürzten somit auf 3-1. Im
Anschluss konnten wir noch das zweite u. dritte Herreneinzel gewinnen, wobei wir
das erste Herreneinzel u. das Mixed recht deutlich verloren. Somit war der
Endstand 5-3 für EBT Berlin u. die Sensation war perfekt. Dies war natürlich
eine gute Ausgangslage für das Rückspiel am Ostersonntag in Bonn, aber wir waren
realistisch genug um zu wissen, dass da noch alles drin war…
Am Ostersamstag machten wir uns
dann mit drei PKW auf den Weg nach Bonn. Der Ostersonntag begann regnerisch u.
nach einem ausgiebigen Frühstück spazierten wir am Rhein entlang um uns mental
auf das bevorstehende u. alles entscheidende Spiel vorzubereiten.
Pünktlich um 14.00 Uhr begann die
Vorstellung u. das Spiel konnte beginnen. Die Bonner Halle verwandelte sich in
einen wahren Hexenkessel, in welchem man sich vor lauter Trommlern nicht mehr
anständig unterhalten konnte. Das Getrommel ging schon ganz schön an die Nerven,
aber da mussten wir durch. Sichtlich von der Bonner Atmosphäre beeinträchtigt,
verloren wir doch tatsächlich alle drei Doppel jeweils in zwei Sätzen u. lagen
ehe wir uns umsehen konnten mit 0-3 zurück. Der Start verlief dieses Mal optimal
für die Bonner u. nach einer kurzen Pause musste ich wieder gegen Petra Overzier
auf’s Feld. Ich wusste genau, dass ich das Spiel gewinnen musste, wenn wir noch
eine kleine Chance haben wollten u. so gab ich alles, was in meiner Macht stand.
Es stand 9-9 im dritten Satz u. das Aufschlagrecht wechselte des Öfteren, ohne
dass jemand einen Punkt machte. Das Spiel war also an Spannung u. Dramatik nicht
zu überbieten. Doch dann zog Petra davon u. gewann erneut 11-9. Ich hätte
unmittelbar nach dem Spiel vor Enttäuschung platzen können, aber auch wenn wir
0-4 zurücklagen hatte ich bzw. wir immer noch ein Quentchen Hoffnung.
Schließlich soll man ja die Hoffnung nie aufgeben… So kam es, dass wir
überraschenderweise das Mixed sowie die ersten beiden Herreneinzel gewinnen
konnten u. auf 3-4 verkürzten. Nun war das fast nicht mehr für Möglich gehaltene
geschafft u. es war wieder alles drin. Das dritte Herreneinzel zwischen Conrad
Hückstädt (Berlin) u. Ian Maywald (Bonn) sollte die Entscheidung bringen. Fakt
war, dass wir nur durch einen Sieg gewinnen konnten. Alle haben gehofft, dass
Conrad diesen Sieg irgendwie nach Hause bringen würde, doch er fand leider nicht
zu seinem Spiel u. Ian wuchs über sich hinaus. So ging das Spiel recht deutlich
an Bonn u. der neue Deutsche Meister stand fest. Von dieser Stelle aus noch mal
meinen herzlichsten Glückwunsch an die Bonner!!!
Was sich an diesem Tag abgespielt
hat habe ich in meiner ganzen Badmintonkarriere noch nicht erlebt. Es war ein Up
and Down der Gefühle. Erst schienen wir hoffnungslos hinten zu liegen, dann
kamen wir wieder auf einen Punkt ran, Hoffnung breitete sich wieder aus u. dann
am Ende kam der Gong. Die Enttäuschung über die entgangene Chance war groß, vor
allem bei mir, obwohl es eigentlich keinen Grund dafür gab.
Trotz allem können wir mit
unserer Leistung sehr zufrieden sein u. mit ein bisschen mehr Glück hätten wir
den Pokal auch mit nach Berlin nehmen können. Dazu kann ich nur sagen: Auf ein
Neues im nächsten Jahr!
Ob die Mannschaft so
zusammenbleibt wird sich zeigen, sicher ist allerdings schon, dass uns meine
Doppelpartnerin u. deutsche Nr.2 im Einzel , Juliane Schenk, in der kommenden
Saison verstärken wird.
Unmittelbar nach dem Finale geht
es nach Bangkok zu den Thailand Open. Wie es dort lief u. ob ich die
Enttäuschung des verlorenen Finals gut wegstecken konnte, erfahrt ihr bald.
Bis dahin…
Eure Nicole
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