Thomas-/Uber Cup in Thessaloniki 13.-19.02.06
Der Thomas- (Männerteam)/Uber Cup
(Frauenteam) wird alle zwei Jahre ausgetragen und die Europa-Qualifikation fand
dieses Mal in Thessaloniki statt. Die besten drei Teams der Männer- und
Frauenmannschaften qualifizieren sich für das Finale vom 28.04.-07.05.06 in
Tokio. Hinzu möchte ich noch fügen, dass pro Mannschaftsspiel jeweils fünf
Spiele gespielt werden,sprich drei Einzel und zwei Doppel, welche nach der
Weltrangliste aufgestellt werden müssen. Außerdem wurde nach der neuen
Ralley-Point Zählweise gespielt, d.h. zwei Gewinnsätze bis 21 und jeder Punkt
zählt. Zum ersten Mal wird die Qualifikation als offizielle Europameisterschaft
anerkannt, was natürlich ein besonders großer Ansporn war. Sowohl vor zwei als
auch vor vier Jahren konnten wir uns mit dem 2.Platz hinter Dänemark für die
Endrunde der besten Teams der Welt qualifizieren.
In der Uber-Cup Gruppe hatten wir
es mit Weißrussland, der Türkei und Polen zu tun. Alle drei Spiele konnten wir
souverän gewinnen und gaben nur gegen Weißrussland einen Punkt ab. Ich kam gegen
die Weißrussen und gegen Polen zum Einsatz und konnte zusammen mit Juliane beide
Spiele gewinnen, was gegen das gute polnische Doppel im Vorfeld ja nicht
unbedingt zu erwarten war. Wir meisterten alle Spiele mit Bravour und standen
nun im Viertelfinale. Eigentlich hatten wir mit den starken Russinnen gerechnet,
da diese aber aufgrund interner Probleme im Verband nicht teilnahmen, trafen wir
auf Schweden, was uns dann schließlich doch lieber war. Ab dem Viertelfinale
wird das Spiel abgebrochen, sobald eine der beiden Mannschaften drei Punkte
erreicht hat. Da wir in den Einzeln den Schwedinnen überlegen waren, konnten wir
sie mit 3-0 besiegen und standen erneut im Halbfinale. Somit kam ich gegen
Schweden nicht zum Einsatz, da die Doppel nicht mehr gespielt wurden und so
konnte ich meine Kräfte für das Halbfinale sparen.
Wie schon bei den letzten beiden
Malen trafen wir mal wieder auf die stark eingeschätzten Holländerinnen. Unsere
Nr.1 Huaiwen Xu konnte recht deutlich gegen Yao Yie gewinnen und somit gingen
wir mit 1-0 in Führung. Dann verlor Juliane gegen Mia Audina nach einem sehr
guten Spiel knapp in zwei Sätzen. Dann folgte das dritte Dameneinzel, welches
Petra Overzier gegen Judith Meulendijks gewinnen konnte und so gingen wir mit
2-1 in Führung. Mit einer Führung im Rücken gingen dann Juliane und ich gegen
Mia Audina und Lotte Bruil ins Spiel. Noch nie zuvor konnten wir gegen sie
gewinnen und leider reichte es auch dieses Mal nicht. Wir verloren nach einem
guten Spiel knapp in zwei Sätzen und so glichen die Holländerinnen zum 2-2 aus.
Nun kam das entscheidende zweite Doppel, wo sich Huaiwen Xu/Katrin Piotrowski
und Brenda Beenhaker/Judith Meulendijks gegenüberstanden. Unser Doppel war
eingespielt, da sie in der Bundesliga zusammen spielen und dort noch kein Spiel
verloren hatten. Dies ließ zu hoffen übrig, doch nach der klaren Niederlage im
ersten Satz flog jegliche Hoffnung dahin. Im zweiten Satz wendete sich dann
allerdings das Blatt und wir konnten diesen gewinnen. Der dritte und
entscheidende Satz war an Dramatik nicht zu überbieten. Ich saß auf der Tribüne
und war kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Das Zuschauen war anstrengender als
selbst zu spielen und kostete ganz schön Energie. Der Spielverlauf gestaltete
sich sehr ausgeglichen und als es dann 20-20 stand kam es zur Verlängerung. Wer
nun zwei Punkte Vorsprung rausspielte hat das Spiel gewonnen. Dann stand es
21-21 und ich konnte vor lauter Nervosität nicht mehr hinschauen. Die
Holländerinnen punkteten und hatten dann beim Stande von 21-22 Matchball, den
sie dann auch verwandelten. Dramatischer hätte das Spiel jedenfalls nicht enden
können… Natürlich waren wir enttäuscht über diese knappe Niederlage, denn wir
wussten, das derjenige der das Spiel gewinnt Europameister wird. Aber wir hatten
ja noch eine Chance um Platz 3 gegen Dänemark…
Wir spielten mit derselben
Aufstellung wie gegen Holland, nur die Reihenfolge wurde etwas geändert, so dass
wir zuerst die beiden Einzel spielten, dann das zweite Doppel, gefolgt vom
dritten Einzel und vom ersten Doppel. Nach den beiden Einzeln gingen wir
erwartungsgemäß mit 2-0 in Führung. Die Dänen konnten dann durch den Sieg im
zweiten Doppel den Anschluss halten und auf 1-2 verkürzen. Petra Overzier machte
dann mit ihrem Sieg im dritten Einzel alles klar und wir konnten Dänemark mit
3-1 besiegen, so dass ich nicht mehr auf das Feld musste…
Das Turnier endete mit dem Gewinn
der Bronzemedaille und einer erneuten Finalteilnahme recht erfolgreich, auch
wenn wir gerne Europameister geworden wären. Auf jeden Fall hatten wir eine
super Stimmung im Team und es hat rießig viel Spaß gemacht für dieses Team zu
spielen. Mit dabei waren: Huaiwen Xu, Juliane Schenk, Petra Overzier, Michaela
Peiffer, Carina Mette, Sandra Marinello, Birgit Overzier, Katrin Piotrowski und
meine Wenigkeit. Ich möchte mich auf diesem Wege bei euch Mädels für die schöne
Woche in Griechenland bedanken! Mit dem Dichten und Reimen geht’s dann in Tokio
weiter… J
Als nächstes steht bei mir eine
Trainingswoche in Glasgow an, für welche Juliane und ich vom schottischen
Verband als Sparring Partner eingeladen wurden, was zur Vorbereitung für die
Commonwealth Games dienen solle.
Im Anschluss stehen die beiden
letzten Spiele in der Bundesliga an und unmittelbar nach dem Sonntags-Spiel geht
es weiter zu den China Masters nach Chengdu.
Wie es dort lief könnt ihr in
Kürze hier auf meiner Seite erfahren!
Bis dann…
Eure
Nicole
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